Widerrufsrecht bei Maklerverträgen

Ab 13.06.2014 gilt das neue Widerrufsrecht für Fernabsatzverträge. Demnach ist jeder „außerhalb von Geschäftsräumen“ geschlossene Vertrag belehrungspflichtig und widerrufbar. Maklerverträge, die außerhalb der Geschäftsräume geschlossen werden, z. B. im Internet, per E-Mail, Telefon, Fax oder Brief, unterliegen dem Widerrufsrecht.

WIEDERRUFSRECHT

Was bedeutet das 14-tägige Wiederufsrecht für Sie als Makler ?

Ihre Kunden können den Maklervertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die 14 Tage zählen ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Um ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Ihre Kunden Sie mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. per Brief, Fax, E-Mail) über ihren Entschluss, den Vertrag zu widerrufen, informieren. Ein Vorliegen des Widerrufs in Schriftform ist nicht nötig, sodass auch ein telefonischer Widerruf wirksam ist. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist abgesendet wird.

Widerrufsbelehrung durch den Makler

Sie müssen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung in Textform erteilen. Versäumen Sie dies, erlischt das Widerrufsrecht erst 12 Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss. Solange kann der Vertrag noch widerrufen werden.

Vor Ablauf der Widerrufsfrist tätig werden

Wollen Sie vor Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist tätig werden, dürfen Sie dies nur, wenn: Sie Ihren Kunden ordnungsgemäß belehrt haben, der Kunde seine ausdrückliche* Zustimmung gegeben hat, dass Sie vorzeitig tätig werden, und er seine Kenntnis davon bestätigt hat, dass sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch Sie erlischt. (Mehr dazu unter: Erlöschen des Widerrufsrechts) Wird der Vertrag vor vollständiger Vertragserfüllung widerrufen, schließt dies einen Provisionsanspruch gänzlich aus.

Folgen des Widerrufs& Erlöschen des Weiderrufsrechts

Wenn ein Kunde den Maklervertrag widerruft, müssen Sie alle Zahlungen, die Sie von ihm erhalten haben, zurückzahlen. Dies muss unverzüglich und spätestens binnen 14 Tagen ab dem Tag, an dem die Mitteilung über den Widerruf bei Ihnen eingegangen ist, geschehen. Für diese Rückzahlung dürfen keine Entgelte berechnet werden. Beim Maklervertrag gilt der Erfolgshonorar-Anspruch. Damit haben Sie nur dann den vollen Provisionsanspruch, wenn Sie zum Zeitpunkt des Rücktritts Ihre Leistung vollständig erbracht haben und das vermittelte Geschäft zustandekam. Dies gilt nur, sofern Sie Ihren Kunden bei Vertragsschluss ordnungsgemäß belehrt haben, der Kunde ausdrücklich* von Ihnen verlangt bzw. dem zugestimmt hat, dass Sie vor Ablauf der Widerrufsfrist für ihn tätig werden, und der Kunde seine Kenntnis davon bestätigt, dass sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch Sie erlischt. Wird der Vertrag vor vollständiger Vertragserfüllung widerrufen, schließt dies einen Provisionsanspruch gänzlich aus.

Weitere Pflichten eines Maklers.

Neben der Belehrung über das Widerrufsrecht sieht das Fernabsatzrecht unter anderem Folgendes vor: Belehrung über Ihre Identität, die wesentlichen Eigenschaften der angebotenen Leistung und das Zustandekommen sowie die Rahmenbedingungen des Vertrags. Alle Punkte können im Wesentlichen über Ihr Exposé abgedeckt werden. Einholung der ausdrücklichen Zustimmung des Verbrauchers zur Erbringung der Leistung, sprich Ihren Maklerauftrag.